http://

Ob Google, Facebook oder Wikipedia – an «http://» führt kein Weg vorbei. Die vier unverständlichen Buchstaben sind eine Reminiszenz ans Jahr 1989, in dem der Forscher Tim Berners Lee am Cern in Genf das Web erfand.

http:// – das ist die Abkürzung für Hypertext Transfer Protocol, sozusagen das Verkehrsgesetz, das Daten auf den Strassen des Web einzuhalten haben. Denn im Netz zu surfen ist ein bisschen wie Autofahren: Wir drehen am Zündschlüssel, und die Technik kümmert uns keine Spur.

Doch ohne sie geht nichts. Wir rufen also Google auf, und im PC, im Modem und auf Dutzenden von Servern in aller Welt beginnt sich, lichtschnell, ein mächtiges Räderwerk zu drehen. Die Adresse www.google.ch wird vom Hypertext-Übertragungsprotokoll http als erstes in die Nummer 74.125.47.147 übersetzt, eine der zwölfstelligen so genannten IP-Adressen von Google. Die wird mithilfe des TCP, des Transmission Control Protocol, und des IP, des Internet Protocol, an einen der mehr als eine Million Server in einem der rund 40 Google-Rechenzentren übermittelt, die irgendwo in den USA, in Europa oder in Asien stehen. Dieser eine Rechner wird angefragt, ob er eine Startseite mit dem Namen «index.html» besitze, worauf der in der Regel mit «200» antwortet, was in Serversprache «Ja» bedeutet.

Das alles ist nicht nur furchtbar kompliziert, sondern nachgerade unverständlich. Genau wie die zwei seltsamen Schrägstriche nach dem «http:». Unverständlich werden die auch bleiben, auf alle Zeit. Ausgedacht hat sich die beiden neckischen slashes, wie sie auf Englisch heissen, der http-Erfinder Tim Berners Lee. Und der gibt heute offen zu, dass sie 1989 zwar wie eine gute Idee aussahen, aber im Grunde völlig unnötig sind.

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