Schuh

Der Schuh ist so alt wie die Menschheit selbst. 120 000 Jahre alte Ahlen aus Knochen zeigen, dass schon die Neandertaler Fellstücke zu einer Art Stiefel zusammengenäht haben. Aus dem Fusssack gegen die Kälte wurde mit der Zeit der heutige Mokassin, aus unter die Füsse gebundenen Palmblättern die Sandale – tatsächlich sind die ältesten, in Fort Rock, Oregon, gefundenen Schuhe indianische Sandalen, die vor über 10 000 Jahren hergestellt wurden.

Mit Schuh ist der Fuss anderen Belastungen ausgesetzt als ohne. Das verändert mit der Zeit das Skelett, und solche Mutationen lassen sich schon an den fossilen Knochen von Steinzeitmenschen nachweisen, die in der Tianyuan-Höhle bei Peking gelebt haben. Alt ist auch das Wort: Der Ursprung ist vermutlich die indoeuropäische Silbe sko – und so heisst «Schuh» in ganz Skandinavien bis heute.

Wenn ein Schuhmacher einen Schuh herstellt, benutzt er seit jeher einen Schusterleisten, eine Holzform in der Form eines Fusses – von ihm kommt die Redensart «Schuster, bleib bei deinem Leisten». Zwei gut erhaltene römische Schuhleisten wurden 2007 in Oberwinterthur gefunden. Bei der Herstellung eines soccus (eines bei Römerinnen beliebten leichten Schuhs, von dem auch unsere «Socke» abstammt) wurde zuerst Oberleder und Innensohle mit der Innenseite nach aussen zusammengenäht. Damit die Nähte später innen lagen und die Laufsohle aufgenäht werden konnte, musste der Schuh nach aussen gestülpt werden. Und dank diesem Kniff sagen wir bis heute: «Umgekehrt wird ein Schuh draus».