Zoozve

Alle Planeten unseres Sonnensystems haben Monde, die stabil um sie kreisen – die Erde einen, Saturn gar gegen 300. Bloss Merkur und Venus haben keinen. So dachte man. Doch 2002 entdeckte der amerikanische Astronom Brian Skiff im Lowell-Observatorium in Flagstaff, Arizona, einen Himmelskörper, der stabil um die Venus zu kreisen schien. Es zeigte sich, dass es kein eigentlicher Mond ist, sondern ein Asteroid mit weniger als einem halben Kilometer Durchmesser, der auch nicht bloss um die Venus rotiert, sondern auf einer komplexen Bahn auch um die Sonne.

Skiff benannte seine Entdeckung nach der für diesen Fall massgeblichen Regel «2002VE», nach dem Entdeckungsjahr 2002 und VE für «Venus». Fast 20 Jahre später entdeckte ein Journalist ein Kinderposter mit dem Sonnensystem, darauf die Venus und ein Mond namens «Zoozve». Er wunderte sich und begann nachzuforschen. Es zeigte ich, dass der Zeichner des Posters, der Künstler Alex Foster, bei seiner Vorbereitung auf den Asteroiden gestossen war und dessen Namen «2002VE» auf einen Zettel notiert hatte. Seine Handschrift liess zu wünschen übrig, und später, beim Zeichnen, las Foster, «Zoozve» – Z statt 2, o statt 0, und so fand der eigenwillige Name seinen Weg auf das Poster, in die Schulen, in die Medien und endlich zurück in die Astronomie: Die Fachleute fanden das nämlich so amüsant, dass die dafür zuständige Internationale Astronomische Union, die IAU, ihren Segen gab. Und so heisst der um die Venus kreisende Pseudomond seit 2024 ganz offiziell «Zoozve».