Ein Striegel dient der Fellpflege, bei Kühen etwa, besonders aber bei Pferden. In kreisförmigen Bewegungen wird das Fell gestriegelt, was Schmutz und loses Haar entfernt. Das Wort «Striegel» kommt vom lateinischen strigilis. Ein «Strigil» war ein Werkzeug aus Eisen oder Bronze, das ein bisschen so aussah wie ein sehr langgezogener, gebogener Löffel mit scharfen Kanten und einem Griff. Mit dem «Strigil» schabte man sich nach dem Sport oder in den Thermen Öl, Schweiss und Staub vom Körper. Nach dem Training oder der Arbeit wusch man sich nicht mit Wasser und Seife, sondern rieb Olivenöl über den Körper und benutzte dann das Schabeisen, um das Öl zusammen mit dem Schmutz abzustreifen. Dabei blieb immer eine feine Ölschicht zurück, was durchaus gewollt war, weil das Öl trockene Haut geschmeidiger macht.
Solche Striegel wurden vor allem in Gräbern gefunden, und Athleten, die sich die Haut mit dem «Strigil» abschaben, sieht man in der Antike als Statuen, die Sportler bei der Körperpflege zeigen, und in der griechischen Vasenmalerei. Die verwendeten Striegel waren meist einfach, doch gab es auch solche mit Inschriften, ornamentalen oder figürlichen Verzierungen.
Der Striegel diente der Körperhygiene, und das hatte auch eine ganz praktische Seite, wie der römische Dichter Martial in seinen Epigrammen schreibt:
Schab dich mit dem gewölbten Eisen ab, und der Wäscher wird deine Wäsche nicht so oft waschen müssen.