Porto

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Mein lieber Mann,

schrieb Mozarts Mutter Anna Maria am 18. Dezember 1777 an ihren Mann Leopold:

das Postgeld ist hier viel teurer als in Salzburg. Wir müssen für jeden Brief, den wir bekommen und den wir aufgeben, 12 Kreuzer bezahlen, und, wenn er gross ist, 18 Kreuzer.

Briefe zu schreiben, war im 18. Jh. eine kostspielige Angelegenheit. Beim Bezahlen gab es deshalb drei Möglichkeiten.

Da gab es erstens franko, das wir auch heute noch kennen. Es bedeutete: Der Schreiber bezahlte die Postgebühr, die in Form von Briefmarken auf den Umschlag geklebt wurde. Der Brief war damit «frankiert», vom alten Wort «frank» für «frei», also wörtlich von der Gebühr befreit.

Und dann gab es zweitens porto, vom lateinischen portare, «tragen»: Der Schreiber gab seinen Brief auf, zahlte aber nichts. Die Gebühren trug vielmehr der Empfänger, bevor er das Schreiben ausgehändigt bekam.

Als drittes gab es schliesslich die Möglichkeit, die die Familie Mozart für gewöhnlich in Anspruch nahm: Sie teilten sich die Gebühr. Beim Aufgeben bei der Post wurde die eine Hälfte bezahlt, die andere dann bei der Übergabe.

Ob halbe-halbe, franko durch den Absender oder porto durch den Empfänger, teuer war das Briefeschreiben allemal. So klagte Mozarts Mutter im selben Brief:

Wir haben, seit wir hier in Mannheim sind, schon über 6 Gulden Postgeld bezahlt.

Das war viel Geld: 6 Gulden wären heute 170 Franken.