Zoll

«Zoll» kommt vom griechischen telṓnion, «Zollhaus», und das Geschäftsmodell ist seit dem Altertum gang und gäbe. Ein Zoll ist eine Abgabe, den der Fuhrmann einst für die Benutzung einer Strasse oder beim Übergang über eine Brücke zu zahlen hatte. Diese Wege- oder Brückenzölle waren zwar wenig beliebt, aber noch durchaus einleuchtend: Der Bau hatte eine Menge Geld gekostet, und man konnte es dem Erbauer nicht verdenken, wenn er, Abgabe für Abgabe, sein Geld wiedersehen wollte. Der Zoll als Steuer dagegen, die erst an den Kaiser oder König, später dann an den Staat ging, leuchtete weniger ein. Aber nur so lange, bis die örtliche Wirtschaft begriff, dass dieser Einfuhrzoll tatsächlich ein ziemlich wirksamer Schutz war: Fremde Ware wurde per se um den Zollbetrag teurer als hiesige; von Auswärtigen unterboten zu werden, wurde also schwieriger. Und damit war der Schutzzoll geboren – und der sogenannte Protektionismus zählte bald zum Standardrepertoire der Aussenhandelspolitik.

Zölle werden heute kritisch betrachtet, denn sie behindern den internationalen Handel. Sie haben den Nachteil, verkrustete Strukturen und damit unwirtschaftliche Branchen zu schützen, die Preise künstlich hoch zu halten und damit der Allgemeinheit mehr zu schaden als zu nützen. 1947 rückte das allgemeine Zoll und Handelsabkommen GATT den Zöllen weltweit auf den Leib, seit 1995 tut dies die Welthandelsorganisation WTO. Aber ganz der Vergangenheit gehören sie noch lange nicht an. Wer im Ausland shoppen geht, tut das zollfrei nur bis 300 Franken. Geht’s gar um Fleisch, Tabak oder Alkohol, helfen nur noch Merkblätter weiter – oder, ganz zeitgemäss, die App «QuickZoll».