Auf gut Glück

Pangäa

Vor 200 Millionen Jahren war der Atlantik noch ein See, Marokko grenzte an Kanada, und die Schweiz lag am Meer. Und Kontinente gab es nicht.

Oder besser: Es gab nur einen einzigen Kontinent. Im hohen Norden lag China, im Osten Iran, im Westen Mexiko, ganz im Süden Neuseeland – oder zumindest die Landmassen, die wir heute als Länder kennen. Dass der Osten Südamerikas auf Afrikas Westen passt wie ein Puzzleteil aufs andere, fiel Kartografen schon im 16. Jahrhundert auf. Das ging auch dem deutschen Geowissenschaftler Alfred Wegener so:

Die erste Idee der Kontinentverschiebungen kam mir bereits im Jahre 1910 bei der Betrachtung der Weltkarte unter dem unmittelbaren Eindruck von der Kongruenz der atlantischen Küsten, ich ließ sie aber zunächst unbeachtet, weil ich sie für unwahrscheinlich hielt.

Aber: Immer mehr geologische und erdgeschichtliche Befunde legten nahe, dass alle Erdteile einmal zu einem urzeitlichen Riesenkontinent gehört haben müssen, bevor dieser durch langsame Bewegung, die «Drift», in einzelne Teile zerbrach. Die Theorie dieser einen Rieseninsel im erdumspannenden Ozean formulierte Wegener zum ersten Mal in zwei Vorträgen 1912; den Superkontinent nannte er «Pangäa» – von pan, dem griechischen Wort für «ganz», und gaia, der poetischen Bezeichnung für «Land».

Dessen Überreste liegen bis heute buchstäblich unter unseren Füssen: In Gesteinsschichten des Monte San Giorgio im Tessin, einst eine Meereslagune, liegen die Skelette Abertausender Schwimmsaurier, die einst Pangäa bevölkert haben.

Auf gut Glück

Pullover

Der Pullover ist so deutsch, dass wir den Engländer in ihm kaum noch erkennen: Er kommt von pull over und ist wörtlich ein Überzieher. Während des zweiten Weltkriegs verbannten die Nationalsozialisten alles Englische aus dem Deutschen und versuchten, den Pullover in «Schwubber» umzubenennen. Vergeblich. Längst hatte sich der Pulli festgesetzt. (Der allerdings, der Pulli, war ursprünglich ein Pullunder, ein ärmelloser Unterzieher, den man über dem Hemd, aber unter der Jacke trug.)

So richtig durchgesetzt aber hat sich nur der Pullover, und das liegt daran, dass er zu allen Zeiten nicht bloss Kleidung war, sondern auch äusseres Zeichen der eigenen Weltanschauung. Im 19. Jahrhundert hatte der Pullover noch als unmodisch und unseriös gegolten, aber mit dem Aufkommen von Reformbewegungen und Sport im 20. Jahrhundert wurde er gesellschaftsfähig. Die minimalistische Mode der Existenzialisten liebte den schwarzen Rollkragenpullover, mit Jackett oder ohne. In den 70er-Jahren wurde der Pulli zum Markenzeichen der Öko-Szene, aus grober Wolle und vorzugsweise selbst gestrickt, danach, glatt gewoben, entdeckte ihn die Techno-Bewegung, mit Kapuze dann der Hip-Hop, die Skater, die Hooligans und die Autonomen. Und heute, als Pulli oder Sweatshirt, ist der praktische Überzieher aus den Kleiderschränken der Welt nicht mehr wegzudenken.

Aber nicht immer ging es dabei um Mode. Als in Frankreich ein Partygast einmal auf dem Arm der Politikerin und Holocaust-Überlebenden Simone Veil deren eintätowierte Häftlingsnummer entdeckte und tollpatschig nachfragte, ob das vielleicht ihre Garderobennummer sei, trug sie jahrelang nur noch langärmlige Pullover.

Von A bis Z

PacMan

«PacMan» hat Jahrgang 1980 und ist ein gelber Kreis mit einem nach rechts geöffneten, dreieckigen Mund. Und er ist ein gefrässiger Kerl. Er frisst kleine rosa Punkte und vor allem, bei geschicktem Spielen, eines der vier bunten Gespenster, die ihm auf die Pelle rücken.

PacMan

Und vor allem frass er, ratzeputz, das Taschengeld einer ganzen Generation. Bis Ende der 1990-er Jahre spielte PacMan allein in den USA 2,5 Milliarden Dollar ein – in 25-Cent-Münzen, die man gegen jeweils drei PacMan-Leben tauschte. PacMan war ein Videogame. 1980, als die Wissenschaft noch mit dem ersten Personalcomputer schwanger ging und an ein Web noch nicht zu denken war, war das ein schrankgrosser Kasten mit einem gewölbten Bildschirm, einem Joystick zum Steuern des gefrässigen Protagonisten und, eben, einem nicht minder gefrässigen Münzeinwurf.

Dabei sah es im Mai 1980 so aus, als wäre das neue Videogame des japanischen Herstellers Namco ein Flop. Die Spielhallen der aufgehenden Sonne liebten «Space Invaders» oder «Asteroids» und liessen den schmatzenden Punkt beinah verhungern. Auch amerikanische Marketingleute übersahen das an einer Messe vorgestellte Game komplett. Bis einige wenige Spielsalons aufs Geratewohl Namcos Neuling orderten – und vom Andrang eines restlos begeisterten Publikums förmlich überrannt wurden.

PacMan zählt heute zu den wichtigsten Spielen der Computergeschichte und ist nicht mehr einfach ein Game, sondern Mitbegründer einer neuen Kunstgattung. Zu finden ist PacMan heute auf dem Spartphone, im Web – und, zusammen mit 13 weiteren Games, im Museum of Modern Art in New York.

Pangäa

Vor 200 Millionen Jahren war der Atlantik noch ein See, Marokko grenzte an Kanada, und die Schweiz lag am Meer. Und Kontinente gab es nicht.

Oder besser: Es gab nur einen einzigen Kontinent. Im hohen Norden lag China, im Osten Iran, im Westen Mexiko, ganz im Süden Neuseeland – oder zumindest die Landmassen, die wir heute als Länder kennen. Dass der Osten Südamerikas auf Afrikas Westen passt wie ein Puzzleteil aufs andere, fiel Kartografen schon im 16. Jahrhundert auf. Das ging auch dem deutschen Geowissenschaftler Alfred Wegener so:

Die erste Idee der Kontinentverschiebungen kam mir bereits im Jahre 1910 bei der Betrachtung der Weltkarte unter dem unmittelbaren Eindruck von der Kongruenz der atlantischen Küsten, ich ließ sie aber zunächst unbeachtet, weil ich sie für unwahrscheinlich hielt.

Aber: Immer mehr geologische und erdgeschichtliche Befunde legten nahe, dass alle Erdteile einmal zu einem urzeitlichen Riesenkontinent gehört haben müssen, bevor dieser durch langsame Bewegung, die «Drift», in einzelne Teile zerbrach. Die Theorie dieser einen Rieseninsel im erdumspannenden Ozean formulierte Wegener zum ersten Mal in zwei Vorträgen 1912; den Superkontinent nannte er «Pangäa» – von pan, dem griechischen Wort für «ganz», und gaia, der poetischen Bezeichnung für «Land».

Dessen Überreste liegen bis heute buchstäblich unter unseren Füssen: In Gesteinsschichten des Monte San Giorgio im Tessin, einst eine Meereslagune, liegen die Skelette Abertausender Schwimmsaurier, die einst Pangäa bevölkert haben.

Panik

Zu Hunderten bevölkerten die Götter den Olymp, doch auch sie wurden zuweilen vom Teufel geritten. Davon erzählen lustvoll die Sagen der griechische Mythologie. Einer dieser Götter war der Wald- und Hirtengott Pan, der Sohn des Hermes und einer Nymphe. Weil klein Pan mit Hörnern, Hufen und einem Bart zur Welt kam, setzte ihn seine entsetzte Mutter kurzerhand aus. Halb Mensch, halb Ziegenbock – auf dem Olymp fand Pan keinen Platz, so dass er mit Arkadien vorlieb nehmen musste.

So göttlich seine Abstammung, so teuflisch seine Anwandlungen. Aus purer Niedertracht und in der glühenden Stille des Mittags, so will es die Sage, pflegte Pan mit einem lauten Schrei ganze Herden in Angst und Schrecken zu versetzen und in eine zügellose Flucht zu jagen. «Panisch» heisst denn auch nichts anderes als «dem Hirtengott Pan gleich», und über das griechische Adjektiv «panikós» und das französische «panique» ist der panische Schreck im 18. Jahrhundert auch in deutsche Auen eingefallen. Dabei erschreckt Pan durchaus auch Herden im übertragenen Sinn: «Ein panisches Schrecken bemächtigte sich aller Zuhörer», schildert Karl Philipp Moritz in seinem Roman «Anton Reiser» 1785 die Wirkung, die der wortgewaltige Pastor Paulmann mit seiner donnernden Predigt erzielt. Das psychologische Phänomen, das wir heute unter Panik verstehen, beschreibt Detlev von Liliencron präzise in einem Gedicht von 1903:

Es hält nicht länger die Gesellschaft fest,
Ein Hasten, Schieben, Schubsen, Stossen, Schrein,
Panik und Flucht aus dem verfluchten Nest,
Ein jeder will der erste draussen sein.

Bedrängnis und Beklemmung sind tatsächlich der Ursprung aller Angst: «Angst» allerdings heisst schon seit Jahrtausenden so und stammt nicht von Göttern ab, sondern vom indogermanischen Wort für «eng».

Panorama

Thun, 1809: Der junge Mann, das Gesicht voller Rasierschaum, setzt gerade das Rasiermesser an. Nebenan flicht eine Frau ihr Haar, derweil ihr die Magd das Schürzenband zu einer Schleife bindet. Es sind zwei von zahllosen Details auf einem gigantischen, über die Massen realistischen Gemälde, das uns einen Augenblick im Alltag des Städtchens vor Augen führt. Gigantisch, in der Tat: Das 360-Grad-Panoramabild, vom Basler Marquard Wocher gemalt, ist 7,5 Meter hoch und sage und schreibe 38 Meter breit. In einem eigenen Rundbau in Thun ausgestellt, bietet es einen atemberaubenden Blick über Schloss, Alpenkette und Umland und lässt den Betrachter in belebte Gassen und gar in die Fenster blicken. Die perfekte Illusion.

Es war kein geringes Wagnis, das Wocher auf sich nahm. Der Aufwand war enorm: Auf einem Dach hatte er sich eine hölzerne Plattform bauen lassen, von der aus er Unmengen von Skizzen anfertigte. Zurück in Basel, malte er fünf Jahre lang, ohne jede Hilfe, das grösste Bild seines Lebens.

Das gemalte Panorama ist ein Kind der industriellen Revolution und ein Massenmedium der ersten Stunde. Das aufstrebende Bürgertum suchte Unterhaltung und Illusion. Reisen war kaum erschwinglich, und Rundum-Panoramen machten es möglich, Unerreichbares zu erleben. Besonders beliebt war Geschichte: Von den fünf erhaltenen Panoramen der Schweiz zeigt eines die Schlacht bei Murten 1476, ein anderes den Grenzübertritt der 87 000 Soldaten der Bourbaki-Armee im Jura 1871.

Das beschauliche Thun-Panorama konnte da nicht mithalten. Eine Weile in Basel ausgestellt, fand es trotz Publikumserfolgen am Ende keinen Käufer. Maler Wocher starb 1830 in bitterer Armut.

Papier

Geduld, endlose Geduld: Sie ist die wohl wichtigste Fähigkeit des Papiers. Seit Jahrtausenden erträgt Papier, was Menschen kritzeln, malen, schreiben. Und was längst nicht immer für die Ewigkeit gedacht und gemacht ist.

Papier allerdings ist es wohl: Es wurde im ersten Jahrhundert nach Christus in China entwickelt. Aber die Schreibunterlage dieses Namens ist viel älter: Sie hat ihren Ursprung im 3. Jahrtausend vor Christus, bei den alten Ägyptern. Papyrus wurde aus der gleichnamigen Pflanze hergestellt, jenem bis zu drei Meter hohen Gras, das den Menschen heilig war, weil sein Stängel im Querschnitt dreieckig ist und an eine Pyramide erinnert, ein Symbol für Ewigkeit. Das Papyrusmark wurde in dünne Streifen geschnitten, kreuzweise übereinandergelegt, gepresst und geklopft. Vom klebrigen Saft zusammengehalten, ergab das Bogen von Ur-Papier. Dieses wurde mit einem Spezialleim satiniert und zu Rollen verleimt.

Papyrus war teuer, zu teuer – für die Hieroglyphenkritzeleien der Schulkinder oder die Mannschaftslisten der Baumeister mussten Tonscherben reichen. Einen ganzen Brunnenschacht mit solchen vollgekritzelten Scherben fanden Forscher in der Nähe des Tals der Könige, wo Heerscharen von Arbeitern vor dreieinhalbtausend Jahren in glühender Wüstenhitze die Pharaonengräber in den Fels schlugen. Die Archäologen fanden heraus: Nur was wirklich wichtig war, wurde am Ende des Tages auf Papyrusrollen übertragen.

Und weil schon damals die Könige für sich in Anspruch nahmen, für alles wirklich Wichtige zuständig zu sein, unterstand die Papierfabrikation einem königlichen Monopol. Genau das sagt auch der Name: Papier. Das Wort kommt vom ägyptischen pa-per-aa, und das heisst ungefähr soviel wie «was dem Pharao gehört».

Parkuhr

Der Patentantrag, den Carlton Cole Magee am 13. Mai 1935 einreichte, zeigt einen futuristischen Apparat mit Drehknopf und Sichtfenster am oberen Ende einer Stange. Magee war Anwalt, Lokalpolitiker und Chef des Verkehrsausschusses von Oklahoma City. Mit seiner Erfindung wollte er Dauerparkierer aus dem Stadtzentrum verbannen und die Parkplätze statt dessen für Shoppingkunden freihalten. Die Parkuhr sollte, so erklärt die Patentschrift, das Bezahlen einer vom Münzwert abhängigen Parkzeit ermöglichen und, nach deren Ablauf, ein Verbotsschild anzeigen. Die Patentbeamten beäugten die dargestellte Münzuhr mit ihren komplizierten Innereien misstrauisch – und liessen sich Zeit, viel Zeit. Dem Antrag wurde erst drei Jahre später stattgegeben.

Da allerdings hatte der findige Anwalt Magee seine Parkuhren längst bauen lassen. Beliebt waren sie nicht: Die erste, noch im selben Jahr in der Stadt aufgestellt, trug bald den Spitznamen «Black Maria». Aufgebrachte Bürger protestierten gegen die neue «Wegelagerei»; einzelne Parkuhren wurden kurzerhand umgefahren. Allein, die Proteste waren vergeblich. Mit Magees Erfindung hatte das Gratis-Parkieren in den Städten dieser Welt ein Ende. Die erste «Parkograph» genannte Münzuhr Europas wurde 1952 in Basel aufgestellt.

Doch auch die Zeit der Parkuhr ist abgelaufen: Zu heikel die Mechanik, zu teuer die Wartung. Das endgültige Aus in Europa kam mit der Euro-Einführung am 1. Januar 2002: Es hatte sich schlichtweg nicht gelohnt, die jahrzehntealten Präzisionsgeräte auf die neuen Münzen umzurüsten.

Passwort

Das erste Passwort der Geschichte lautet «Sesam öffne dich», und mit ihm öffnete Ali-Baba die Höhle im Fels, in der der Schatz der 40 Räuber lag.

Seither haben sich die Passwörter tüchtig vermehrt. Brauchte man vor der Burg noch eine einfache Parole, um durchs Tor zu kommen – sozusagen das Passwort des Mittelalters –, gehen wir heute durchschnittlich mit einem bis zwei Dutzend Passwörter durchs Leben: Handy, Internet, Mailbox, Bankkonto – allesamt wollen sie erst einen korrekten Code sehen, bevor sie uns an ihre Schätze lassen.

Dabei hat sich dessen Zweck nie geändert: Das Passwort soll Freund von Feind unterscheiden. Die einfachste Form ist die so genannte PIN, die persönliche Identifikationsnummer. Sie ist am einfachsten zu knacken: Maximal 10 000 Versuche, und ein vierstelliger Code ist keiner mehr. Für einen Computer und die so genannte Brute-Force-Methode, das systematische Durchprobieren, ist das ein Klacks. Ohne zusätzliche Sicherungen wie das Unterbinden von mehr als drei Fehleingaben ist so eine PIN schneller geknackt, als man «Sesam öffne dich» sagen kann.

Ein bisschen besser sind die Passwörter, die wir uns frei einfallen lassen. Nur Sicherheit bieten auch sie nicht, denn sie lassen sich erraten. Faustregel: Der Vorname der Ehefrau ist kein kluges Passwort. Am sichersten wären Zufallsreihen aus Buchstaben und Zahlen. Nur kann sich die kein Mensch merken. Ein guter Kompromiss: das Abkürzungswort, etwa eines Liedes oder einer Gedichtzeile, in Gross- und Kleinbuchstaben, möglichst lang, mit Zahlen und Sonderzeichen. Und vor allem: Regelmässiges Wechseln.

Damit wäre die Geschichte von Ali Baba und den 40 Räubern gar nie eine geworden.

Pastorius, Jaco

Vor 35 Jahren erschien in den USA Party Down, eine Platte mit Rhythm ’n‘ Blues. Unter einem Pseudonym, und nur für einen einzigen Track, spielte da zum allerersten Mal der Bassist John Francis Pastorius. Und der wusste schon damals: I am the best bass player in the world. Das war eine Tragödie. Denn Jaco, wie ihn der Jazz nennt, war tatsächlich der grösste Bass-Spieler der Welt. An sich, an seiner Kunst und an seinem Anspruch sollte er zerbrechen – an Drogen und Alkohol, bis er, erst 36 und sternhagelvoll, in Fort Lauderdale und im Streit mit einem Türsteher buchstäblich erschlagen wurde.

Jaco Pastorius, Jahrgang 1951, war Sohn eines Jazzschlagzeugers und begann ebenfalls an den Drums. Ein gebrochenes Handgelenk – Jaco war begeisterter Sportfan – zwang ihn an ein anderes Instrument: an den Elektrobass, aus dem er mit einem Buttermesser kurzerhand die Bünde herausbrach, die Fugen mit Kitt füllte und das Griffbrett mit Bootslack überzog. Dieser Fretless-Bass war viel schwerer zu spielen, aber wo‘s für andere Bassisten nachgerade unmöglich wurde, fing der Autodidakt Jaco gerade erst an.

Jaco Pastorius war ein Komet von einem Musiker, sein Leben eine Flugbahn. Den Jazzbass hat Jaco gleichsam neu erfunden. Zuvor war der vor allem Begleitinstrument gewesen, quasi der basso continuo des Jazz. Bis Jaco kam. Der machte den Bass zum Soloinstrument, und das mit einer geradezu wütenden Virtuosität.

Jacos Soloalbum von 1976 trug den sehr selbstbewussten Titel: «Jaco Pastorius». Sowas konnte sich nur ein Schnösel leisten, der auf den ersten Ton klar machte: Hier spielt niemand anderes als der grösste Bassist der Welt.

Paternoster

Jeden Morgen, wenn er das Funkhaus betreten hatte, unterzog sich Murke einer existentiellen Turnübung: Er sprang in den Paternosteraufzug, stieg aber nicht im zweiten Stockwerk, wo sein Büro lag, aus, sondern ließ sich höher tragen, am dritten, am vierten, am fünften Stockwerk vorbei, und jedesmal befiel ihn Angst, wenn die Plattform der Aufzugskabine sich über den Flur des fünften Stockwerks hinweg erhob, die Kabine sich knirschend in den Leerraum schob, wo geölte Ketten, mit Fett beschmierte Stangen, ächzendes Eisenwerk die Kabine aus der Aufwärts- in die Abwärtsrichtung schoben.

So beginnt Heinrich Bölls unsterbliche Satire «Doktor Murkes gesammeltes Schweigen».

An zwei Ketten aufgehängt, fahren beim Paternoster eine Anzahl Kabinen für je eine bis zwei Personen ohne Unterbruch auf der einen Seite nach unten, auf der anderen nach oben. Am Wendepunkt werden die Kabinen vom einen Schacht in den anderen gehoben und wechseln die Richtung. Der erste bekannte Paternoster für Pakete wurde 1876 im General Post Office in London eingebaut. 1882 folgte mit Hart’s Cyclic Lift ebenfalls in London der erste Aufzug für Menschen.

Sein Name kommt vom katholischen Rosenkranz: Auf dieser Gebetsschnur sind Kugeln aufgereiht, je zehn für die Ave Marias, danach eine davon abgesetzte für das Vaterunser, auf lateinisch pater noster. Weil die im Bergbau eingesetzten Lastenaufzüge eine gewissen Ähnlichkeit mit dem Rosenkranz hatten, wurden sie von den Kumpels gern als «Paternoster» verspottet.

Heute ist das nur noch ein Gebet: Auch wenn der Paternoster in der selben Zeit mehr Menschen befördern kann als die heutigen Aufzüge: Die Technik ist veraltet, und Paternoster werden nicht mehr zugelassen.

Pixel

Ohne den Pixel gäbe es kein E-Mail, kein Internet, kein gar nichts, und doch gibt es kaum etwas unscheinbareres auf der Welt. Das ist eigentlich erstaunlich. Denn alle blicken wir Tag für Tag auf einen Bildschirm – Handy, Fernsehen, Computer. Wenn Sie den einzelnen Pixel suchen: In normaler Computerschrift ist der Pixel buchstäblich das einzelne Pünktchen auf dem i.

Pixel ist ein in den 60er Jahren entstandenes Kunstwort aus picture und element. Wer’s etwas deutscher mag, spricht von Bildpunkten. Aus ihnen setzt sich jedes elektronische Bild zusammen. Was Sie auf einem handelüblichen Computer betrachten, wird von rund 1,3 Millionen Pixeln dargestellt, allein Ihr Handy kann es schon auf 100 000 Pixel bringen.

Vor 20 Jahren war der einzelne Bildpunkt noch viel bescheidener: eine kleine Stelle auf dem Bildschirm, auf der durch eine Lochmaske hindurch geschossene Elektronen besondere, auf dem Bildschirmglas angebrachte chemische Verbindungen zum Leuchten brachten. Diese Punkte konnten mehr oder weniger hell sein und erzeugten so einfarbige Bilder. Heutige Pixel haben mit ihren Vorfahren nur noch wenig gemein: Sie sind kleine Quadrate, die aus Flüssigkristall und hauchdünn aufgetragenen Transistoren bestehen. Sie sind 0,3 Millimeter klein und unterteilen sich in drei Rechtecke – je einem für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Die fein abgestufte elektrische Ansteuerung dieser drei Teile versetzen schon den einfachsten Pixel in die Lage, sage und schreibe 17 Millionen verschiedene Farben darzustellen.

Heute bestimmt der Pixel nichts weniger als unser digitales Leben. Allerdings, wirklich bedeutsam ist das nicht. Wer ein Buch liest, hat auch keine Ahnung davon, wieviel Punkt, Pica oder Cicero der Schriftgrad beträgt. Auf den Inhalt kommt es an. Und, trotz seiner staunenswerten Eigenschaften, nicht auf den Pixel.

Podcasting

Worte sind flüchtig: Das wussten schon die alten Lateiner und misstrauten daher allem, was nicht in Stein gemeisselt oder doch mindestens in Wachs geritzt war. Wie recht sie hatten! Denn an Flüchtigkeit ist auch heute kein Mangel. Man denke nur an all die neuen englischen Modewörter, die via Computer und Internet nur so auf uns niederprasseln. Eines davon heisst Podcasting. Ein weiterer Neologismus, allerdings einer, der es in sich hat.

Podcasting ist ein Kunstwort aus pod, englisch für Gefäss, und cast von broadcast, englisch für Rundfunk. Podcast ist also wörtlich nichts anderes als Radio oder Fernsehen für den iPod oder fürs Handy. Eine ganz patente Erfindung: Podcasting macht es möglich, Radiosendungen zu abonnieren, als wären es Tageszeitungen. Wenn Sie zum Beispiel, wie dies Hunderte von Millionen Menschen tun, Ihre Plattensammlung mit dem kostenlosen Programm iTunes von Apple verwalten, dann sind Sie von Podcasting nur einen Klick entfernt. Und einmal eingerichtet, wird Ihr PC bei jedem Programmstart automatisch die neueste Folge Ihrer Lieblingssendung herunterladen, wenn möglich gleich noch mit einer knappen Inhaltsangabe und einem Bild. Genau so einfach und selbstverständlich wie Ihre E-Mails.

Podcasting ist also genau das Gegenteil von flüchtig: Es macht das von Natur aus flüchtige Radio dauerhaft – alles was Sie brauchen, ist ein PC und ein Handy oder ein iPod. Was Sie gewinnen, ist eine Menge spannender Radiosendungen, die Sie hören können, wann immer und wo immer Sie wollen.

Wenn nur dieses hässliche Wort nicht wäre! Es bleibt zu hoffen, dass der Begriff «Podcasting» so flüchtig ist wie alle anderen Worte auch. Aber was er bedeutet, ist nichts weniger als ein neuer Zugang zum Radio.

Polaroid

So schnell kann es gehen mit der Nostalgie: Gestern noch waren sie die Zukunft: Polaroidfotos, die nicht ganz quadratischen, immer leicht grünstichigen Bilder mit ihrem charakteristischen weissen Rand. Damals hiess Fotografieren vor allem Warten – auf die Entwicklung des Films, danach auf das Vergrössern der Fotos. Polaroidbilder, die man nach dem Klick einfach der Kamera entnehmen konnte, waren da gleichsam die Steigerung, der Komparativ der Fotografie.

Polaroid
Der sperrige Name Polaroid stammt von der optischen Eigenschaft einer Folie. Die filtert durchscheinendes Licht so, dass nur polarisierte, also auf einer einzigen Ebene schwingende Lichtstrahlen sie durchdringen. Die erste solche Folie erfand 1928, gerade mal 19-jährig, der Physikstudent Edwin Herbert Land. Vier Jahre später hatte Land sein Studium noch immer nicht abgeschlossen. Doch die polarisierende Folie war eine wissenschaftliche Sensation. Land gründete in Boston seine eigene Firma namens Polaroid und begann, seinen revolutionären Film für Fotofilter, Sonnenbrillen und Flugzeugfenster herzustellen. Und 1947 stellte Land seine bahnbrechende Sofortbildkamera vor.

Polaroid als Komparativ der Fotografie – wie es Steigerungen so geht: Irgendwann droht der Superlativ. Und der ist digital. Ob Spiegelreflex oder Handy – heute werden Bilder nicht mehr belichtet, sondern gespeichert. Dem unerbittlichen Trend beugt sich auch Polaroid: Die Produktion der unförmigen Plastikkameras und der dazugehörigen Filme wurde 2008 eingestellt. Die letzten Polaroids gingen, irgendwann im Jahr 2009, über den Ladentisch.

Auf die liebgewonnenen Sofortbilder müssen wir trotzdem nicht verzichten: Sie kommen künftig aus Minidruckern von der Grösse eines Handys. Natürlich aus dem Hause Polaroid.

Polonium

Es ist ein silbrig glänzendes Metall, und es hat ein Geburtsdatum: Am 18. Juli 1898 berichtete das begnadete Forscherpaar Pierre und Marie Curie erstmals über ein bis dahin unbekanntes Element. Die Curies hatten es geschafft, aus Gesteinsproben eine Substanz zu gewinnen, die 300-mal stärker strahlte als Uran.

Wenn sich die Existenz dieses neuen Metalls bestätigen lässt, schlagen wir vor, es «Polonium» zu nennen, nach dem Heimatland des einen von uns beiden,

schrieben die Curies – tatsächlich war Marie im polnischen Weichselland aufgewachsen, das zum russischen Zarenreich gehörte, und sie war nach Paris gezogen, weil Frauen in Polen nicht zum Studium zugelassen wurden.

Polonium ist stark radioaktiv, aber anders als Uran gibt es nur die sogenannte Alphastrahlung ab. Im Gegensatz zur gefürchteten Gammastrahlung können Alphateilchen bereits von einem Blatt Papier aufgehalten werden. Menschliche Haut können sie kaum durchdringen, und so bleibt Polonium ungefährlich, solange es nicht eingenommen wird. Im Körper nämlich kann Polonium schwere Schäden anrichten. Der Zerfall der Polonium-Isotope setzt gewaltige Energiemengen frei: Schon ein Gramm Polonium-210 gibt eine Leistung von 140 Watt ab und entwickelt Temperaturen von mehreren hundert Grad, weshalb es auch als Heizung in Satelliten genutzt wurde.

Polonium, das in Atomwaffen zur Zündung dient, ist ein starkes Gift; bereits ein Staubkorn Polonium-210 kann einen Menschen töten. Am 23. November 2006 starb in London der russische Ex-Spion Alexander Litwinenko an Verstrahlung durch Polonium, das ihm heimlich verabreicht worden war, und auch der PLO-Führer Jassir Arafat soll 2004 mit Polonium umgebracht worden sein. Die Gefährlichkeit dieses Metalls hatten bereits die Curies erfahren müssen: 1956 starb ihre Tochter Irène an Leukämie.

Pomade

«Grease», auf Deutsch «Schmierfett», in den Hauptrollen John Travolta und seine ölglänzende Tolle, war der Kinohit des Jahres 1978. Der Song «Greased Lightning» – «Geölter Blitz» – handelt von einem betagten Ford, und das Fett schmiert Ventile und Frisuren gleichermassen. «Grease», das ist die Wiederauferstehung einer Rostlaube auf vier Rädern – und ebenso der Schmalzlocke der fünfziger Jahre.

Ungebärdige Locken aber gab es immer schon, und der Widerspenstigen Zähmung war bereits im 18. Jahrhundert beim Adel gang und gäbe. Die «Grease» der ersten Stunde hiess «Pomade» – von französisch pomme, weil sie nach den darin enthaltenen, zerstampften Äpfeln duftete. Im Lauf der Zeit wurde dann so ziemlich alles zu Pomade verarbeitet, was aufmüpfige Strähnen an den Schädel zu kleben vermochte: Bärenfett (von dem man glaubte, es helfe gegen Glatzenbildung, weil Bären einen dichten Pelz besitzen), Vaseline, Bienenwachs und, für nicht ganz so gut Betuchte, Butter oder Schweineschmalz.

Vom Stummfilmstar Rudolph Valentino bis zur Boxerlegende Joe Louis: Seit den Goldenen Zwanzigern war pomadisiertes Haar der letzte Schrei, und die Marken, mit denen man all die ducktail, quiff oder pompadour genannten Schmalztollen zusammenkleisterte, lesen sich wie eine Kulturgeschichte des schönen Scheins: «Murray’s Superior Hair Dressing Pomade», «Brylcreem», «Royal Crown», «Black & White», «Sweet Georgia Brown Pomade».

Heute haben Bratfett & Co. ausgedient: Moderne Haargels duften nach Parfüm, sind wasserlöslich und lassen sich leicht wieder auswaschen.

Pong

Schlichter könnte der Name nicht sein: «Pong» heisst das Game – ein grauer Strich als Schläger, ein Punkt als Ball, ein Zähler. Voilà. Graue Linien auf schwarzem Grund – mehr brauchte es vor vierzig Jahren nicht, um Menschen in Massen vor den Bildschirm zu bannen.

Pong
1972 in den USA vom Radio– und Fernsehbauer Magnavox gebaut, ist «Pong» sozusagen die reduktionistische Form des Tischtennis. Der Ballpunkt bewegt sich hin und her, prallt vom Schlägerstrich ab, und falls nicht, weil daneben, gibt’s einen Punkt für den Gegner. Beim Ur-«Pong» war das noch ein Mitspieler aus Fleisch und Blut, der – genau wie man selbst – einen Ur-Joystick aus grauem Plastik in den schweissnassen Händen hielt. Heute (im Web gibt es Abertausende spielbarer «Pongs») wird gegen einen Computergegner gesmasht.

«Pong», am Anfang noch ein fest verdrahteter, von Hand gelöteter Schaltkreis, ist der Urvater aller Computerspiele. Der wahre Kampf allerdings fand neben dem Bildschirm statt. «Pong»-Erfinder Magnavox erfuhr kurz nach der Einführung, dass Konkurrent Atari das Spiel ebenfalls auf den Markt gebracht hatte. Vor Gericht konnte Magnavox hieb- und stichfest beweisen, dass Atari-Gründer Nolan Bushnell höchstpersönlich die Idee geklaut hatte. Die Geldstrafe allerdings, satte 700 000 Dollar, erwies sich als glänzende Investition. In nur zwei Jahren nämlich verkaufte Atari 8000 Pong-Automaten, jeder davon schrankgross und ein Vermögen wert.

Nicht nur seine Existenz, sondern auch den Namen verdankt das Spiel der Juristerei. Der Name Pingpong war nämlich geschützt, und so liess Atari das «Ping» einfach weg. So hat Pong eine erstaunliche Karriere gemacht: Computergames sind heute eine Kunstform, und «Pong» ist Kultur.

Portal

Was der Bibliothek der gute alte Katalog war, ist dem Internet das Portal. Jede Website, die etwas auf sich hält, nennt sich heute – ganz modisch und neudeutsch – ein Portal.

Neudeutsch? Uraltdeutsch wäre richtiger. Denn wie so oft, wenn’s um unsere Sprache geht, ist die Antike nicht weit. Der Ursprung des Portals ist das lateinische porta, die Tür. Das Tor ist ein so einprägsames Sinnbild für Eingang oder Übergang, dass es als lateinisches Lehnwort gleich mehrmals ins Deutsche übernommen wurde. Und jedes Mal entstand daraus ein anderes deutsches Wort.

Schon im ersten Jahrhundert vor Christus wurde porta eingedeutscht – zur heutigen Furt, dem seichten Durchgang durch einen Fluss, den man an dieser Stelle mit Pferd und Wagen durchqueren konnte, ohne jämmerlich zu ersaufen.

Aber auch die wörtliche Übersetzung der lateinischen Tür fand ihren Weg zu den Germanen: Das war etwa im sechsten Jahrhundert und führte zur heutigen Pforte.

Noch später, als Prachtbauten in Mode kamen, besann man sich wieder auf die grossen antiken Vorbilder – und nannte ein prunkvolles Tor Portal. Und da sich die neuen Medien nicht gerade durch übermässige Bescheidenheit auszeichnen, muss heute als Bezeichnung für Einstiegsseiten ins Internet natürlich der vornehmste dieser Begriffe herhalten: eben das Portal.

Wieviel bescheidener ist da für einmal das Englische: Die grösste Bibliothek der Welt, die Library of Congress in Washington, nennt ihre Portalseite schlicht und einfach home.

Post

Seit er schreiben kann, schreibt der Mensch Briefe. Schon 3200 vor Christus kratzten Sumerer ihre Nachrichten auf Tontafeln, seit 500 vor Christus Römer die ihren in Wachs. Als teuer, aber praktisch erwies sich das Pergament, das leichter zu transportieren war, doch seinen eigentlichen Durchbruch erzielte der Brief mit dem ums Jahr 100 nach Christus in China entwickelten Papier.

Von allein finden die Briefe ihren Weg kaum; im allgemeinen braucht es dazu die gute alte Post. Alt ist dabei wörtlich gemeint: Einen verlässlichen Botendienst für die Staatsverwaltung gab es schon im alten Persien. Ein Postwesen im modernen Sinn entwickelten dann die alten Römer, zur Kaiserzeit in den ersten drei Jahrhunderten nach Christus. Daher auch der Name: Post kommt vom lateinischen a positis equis – also vom Ort, wo es Boten und vor allem Pferde zur Beförderung gab.

Auch Email und SMS haben nichts daran geändert: Das Briefeschreiben kommt nicht aus der Mode. Fast 4 Milliarden Briefe stellt allein die schweizerische Post jedes Jahr zu. Und würde die Post sie nicht befördern, sondern säuberlich stapeln, entstünde da jeden Tag ein Turm von mehr als 20 Kilometern Höhe. Dass die Post täglich auch noch 300 000 Menschen ans Ziel bringt, 400 000 Pakete befördert, und 3,3 Millionen Zahlungen abwickelt, sei hier nur am Rande erwähnt. Mit Boten und Pferden ist das nicht mehr zu leisten. Dafür braucht es modernste Technik und Verkehrsmittel – und insgesamt 44 000 Angestellte. Ohne sie käme kein Feriengruss, keine Liebeserklärung jemals ans Ziel.

Die Liebe ist eine Himmelsmacht, und trotzdem: Die allermeisten Briefe sind geschäftlich und knapp gehalten. Und auch das war schon bei den alten Römern so: Brief kommt nämlich vom lateinischen brevis, und das heisst kurz.

Post-it

Sollte das papierlose Büro jemals Tatsache werden – sie werden unersetzlich bleiben: die kanariengelben, quadratischen, auf der Rückseite mit Spezialkleber versehenen Merkzettel namens «Post-it». Auf ihnen notieren wir Aufgaben, Einkaufslisten, Liebesbriefe, und dann kleben wir sie lustvoll in Bücher, auf Kühlschranktüren und Fensterscheiben. Kaum zu glauben, dass wir dem patenten Klebezettel schon seit 30 Jahren auf den Leim gehen.

Post-it
Post-it
Ende der sechziger Jahre knobelte der Chemiker Spencer Silver von der Minesota Mining and Manufacturing Company, kurz 3M, an einem Superkleber der Zukunft herum. Doch das einzige, was Silver in jahrelanger Forschung zustande brachte, war eine klebrige Masse, die zwar auf jeder Oberfläche haftete, aber auch genauso leicht wieder abzulösen war.

Das rief Silvers Kollegen Art Fry auf den Plan. Der war, so will es jedenfalls die 3M-Firmengeschichte, begeisterter Sänger im Kirchenchor und ärgerte sich immer wieder über die aus dem Gesangbuch herausfallenden Notizen. Also schnitt sich Fry handliche Zettel zurecht, borgte sich etwas Testleim von seinem glücklosen Kollegen – und fertig war das erste Post-it. Es haftete zuverlässig im Gesangbuch und liess sich nach Gebrauch mühelos und ohne Rückstände wieder entfernen.

Heute kleben Post-its zu Abermillionen an den aberwitzigsten Orten und Örtchen, und längst gibt es auch Post-it-Software und -Onlinedienste, die fast genau so simpel sind. Aber eben nur fast. Denn bevor wir zu den virtuellen Merkzetteln greifen können, müssen wir uns anmelden – natürlich mit dem Passwort, das wir uns nie merken können. Weshalb wir es notieren und, als Post-it, auf den Bildschirm kleben.

Postfach

1873 hält die Moderne Einzug: Nach dem Vorbild der beliebten lock boxes in den USA eröffnet die Schweizerische Post als eines der ersten Länder Europas ihre allererste Postfachanlage. Sie besteht aus Dutzenden abschliessbarer Fächer, in die frühmorgens alle ankommenden Briefe einsortiert werden.

Das Postfach bietet seinem Besitzer drei Vorteile: Er braucht erstens nicht auf den Briefträger zu warten, sondern kann seine Briefpost abholen, so früh er mag. Zweitens kann er seine Wohnadresse für sich behalten: Die Postadresse lautet nur auf das Postfach, dessen Nummer und den Ort. Und drittens verteilen grössere Poststellen die eintreffende Post gleich mehrmals pro Tag. Das Postfach ist daher eine patente Dienstleistung für Firmen, Behörden, Vereine und für ungeduldige, auf Diskretion bedachte Briefeschreiber.

1873 noch postalische Avantgarde, haben E-Mail und Smartphone dem Postfach in den letzten 10 Jahren arg zugesetzt. Heute gibt es in der Schweiz noch rund 360 000 Postfächer. Doch obwohl die Post jährlich immer noch rund 18 Millionen Briefe zustellt, stehen 150 000 Postfächer leer. Das kommt die Post teuer zu stehen: In Städten stehen Postfachanlagen oft an Orten mit hohen Mieten.

Im Gegensatz zu den Telefonkabinen, die noch immer zur Grundversorgung der Post gehören, sind die Postfächer nicht Teil des gesetzlich vorgeschriebenen service public. 200 Anlagen wurden schweizweit bereits abgebaut, und die Nachfrage sinkt weiter. Obwohl sich die Postkunden eigentlich freuen könnten: Bei mehr als fünf adressierten Briefen pro Tag ist der Dienst nämlich gratis. Weil die Briefe auf Papier aber immer weniger werden, ist auch das Postfach immer mehr ein Dienst von gestern.

Postscheck

Noch vor 150 Jahren war Bezahlen eine umständliche Sache. Man musste Bargeld mit sich tragen – bei Hunderten verschiedener Münzen allein auf dem Gebiet der Schweiz alles andere als trivial. Der Gläubiger wiederum musste über Wechselgeld verfügen. Und ob man den Weg selbst unter die Füsse nahm oder einen Boten schickte: Immer konnte etwas schiefgehen, sehr zur Freude der Langfinger.

Abhilfe tat Not. Am 1. Januar 1906 nahm die Schweizerische Post daher ein Zahlungssystem in Betrieb, das ohne Bargeld auskam – nach dem Vorbild Österreichs, das einen solchen Dienst bereits seit 1883 besass. Erstaunlich genug: Für das Geschäft mit dem Überweisen von Geld hatten sich die Banken nie interessiert – zu klein die Beträge, zu gross der Aufwand. Ohnehin wurden die Zahlungen Anfang des 20. Jahrhunderts noch in bar vorgenommen: Der Zahltag steckte noch in der Lohntüte aus Papier, die Miete drückte man dem Hausbesitzer persönlich in die Hand.

Der neue Postscheck-Dienst war ein Kassenschlager. Der sichtbare Teil des neuen Service war der Einzahlungsschein (wie dieser korrekt auszufüllen war, wurde lange Zeit sogar an den Schulen gelehrt). Nachgelagert aber bestand der Dienst aus einer mächtigen staatlichen Infrastruktur, bestehend aus den vielen Poststellen, an denen man die Zahlungsaufträge aufgab, den Postscheckämtern, die die Aufträge sammelten, und schliesslich den Rechenzentren, in denen die Anweisungen anfangs manuell, seit den 1970er-Jahren dann zunehmend maschinell verarbeitet wurden.

Heute ist bargeldloses Zahlen Alltag. Doch schon steht die nächste Revolution vor der Tür: das kontaktlose Bezahlen per Handy und per Smartwatch.

Predigt

Die Wortgeschichte kann entlarvend sein: Predigt, also das, was der Pfarrer auf der Kanzel hält, kommt vom lateinischen praedicare, «ausrufen», «rühmen», «anpreisen» oder «behaupten». Eine praedicatio, auf Deutsch eben eine Predigt, ist also zumindest in sprachlicher Hinsicht eine im Brustton der Überzeugung geäusserte Behauptung. Eine noch dazu, deren Sinn sich nicht ganz in jedem Fall erschliesst. Es war ausgerechnet einer der bekanntesten Prediger des Mittelalters, Berthold von Regensburg, der im 13. Jahrhundert gleich selbst die Kardinalsfrage stellte: warumbe solte ich zuo der predige gân?

Ja, warum eigentlich? Schliesslich war die Predigt zu allen Zeiten nicht nur, was die Homiletik untersucht, die Lehre von der Predigt, ihrer Form und Darbietung. Gehalten wurde Predigten auch längst nicht immer in der Kirche: «In Gesellenvereinen», so wettert der alternde Gotthelf mit Blick auf den Sittenverfall der 1840er Jahre, «wurde die Notwendigkeit einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse gelehrt, die freie Liebe gepredigt und bisweilen sogar der Polygamie das Wort geredet.»

Freie Liebe, Polygamie – das kann nicht gutgehen. Das schreit geradezu nach einer Predigt, und die war zu allen Zeiten auch Standpauke und Donnerwetter. Was Wunder, dass bald einmal «Gardinenpredigt» hiess, was hinter zugezogenen Bettvorhängen der Gatte von seiner entrüsteten Gattin zu hören bekam. Und weil Unsitte und Schelte einigermassen global zu sein pflegen, heisst der entsprechende Monolog auch in England curtain lecture.

Pressefreiheit

Gazetten dürfen, so sie delectieren sollen, nicht genieret werden,

schrieb Friedrich der Grosse 1756 an Voltaire. Ein grosses Wort des Preussenkönigs – in einer Zeit, in der die Freiheit der Presse in Europa, wenn überhaupt, noch mit einem kleinen p geschrieben wurde. Das Wort «Pressefreiheit» war juristendeutsch und meinte das obrigkeitliche Recht, Zeitungen drucken zu dürfen. Als diese ersten Blätter es wagten, neben der Religion auch die Politik aufs Korn zu nehmen, legten ihnen die Behörden Zügel an. Und so ist die Pressefreiheit, wie wir sie heute verstehen, aus ihrem puren Gegenteil gewachsen: aus staatlicher Zensur.

Das erste Gesetz, das sich gegen die Zensur richtete, stammt aus England: Im 17. Jahrhundert forderten der Dichter John Milton und der Philosoph John Locke die Aufhebung des britischen Zensurstatuts, mit Erfolg. Als verfassungsmässig garantiertes Recht aber wurde die Pressefreiheit erst durch die Vereinigten Staaten von Amerika festgeschrieben: im 1791 verabschiedeten 1. Zusatzartikel zur Verfassung und damit als Teil der Bill of Rights, jenes für Demokratien wegweisenden Katalogs von Grundrechten eines jeden freien Menschen. Dieses so genannte First Amendment verbot dem Kongress explizit jedes künftige Gesetz, das die Meinungs-, Religions-, Presse- oder Versammlungsfreiheit einschränkt.

Ob China oder Iran: Staatliche Zensur ist in vielen Weltgegenden nach wie vor beklagenswerte Realität. Denn wie ungeheuer wichtig eine freie Presse für einen gesunden Staat ist, war Amerikas Gründervätern sehr bewusst. So schrieb der nachmalige Präsident Thomas Jefferson schon im Jahr 1787:

Wäre es an mir, zu entscheiden, ob wir eine Regierung ohne Zeitungen oder aber Zeitungen ohne eine Regierung haben sollten, ich würde keinen Moment zögern, das Letzte vorzuziehen.

Projekt

Das wichtigste Wort in der Sprache der Manager ist «Projekt». Ein Projekt kann schlechterdings alles sein: Ein Auftrag, ein Hobby, eine Ehe. Die Managementlehre kennt ganze Regelwerke, wie Projekte abzuwickeln sind. Zum Beispiel nach der «Smart»-Regel: Smart ist ein Akronym, ein Abkürzungswort, für «spezifisch», «messbar», «akzeptiert», «realistisch» und «terminiert». Sprich: Ziele müssen erreichbar sein, so präzise wie möglich definiert und vom Auftraggeber bewilligt werden, die Ergebnisse müssen messbar sein und zu einem festgelegten Termin vorliegen.

Allen Management-Moden zum Trotz ist das Projekt kein Kind unserer Zeit: Schon 1783 schrieb der Schweizer Arzt und Schriftsteller Johann Georg Zimmermann in seinem Buch «Über die Einsamkeit»:

So schwärmet und wirbelt man Tag für Tag und Jahr für Jahr in rauschender Lustbarkeit durch das Leben; oder man rennet von Gedanken zu Gedanken, von Projekt zu Projekte.

Dabei war Zimmermann selbst ein über alle Massen smarter Projektleiter: Er war ein Bekannter Goethes, Leibarzt des englischen Königs Georgs III in Hannover und später auch des Preussenkönigs Friedrichs des Grossen in Potsdam; von der russischen Zarin Katharina II wurde er zum Ritter geschlagen.

Doch bei all dem Glanz und Gloria ist das Projekt (ein sprachlicher Verwandter des Projektils) nur das lateinische Partizip proiectus, auf Deutsch «nach vorn geworfen» oder auch nur «hingeschmissen». Bevor wir uns also ans nächste Projekt machen, sollten wir uns gut überlegen, ob es denn tatsächlich nur ein «Projekt» sein soll.

Projektor

Kaum ein Geräusch hat soviel mit Erinnerungen zu tun – die ersten Gehversuche der lieben Kleinen, das grosse Familienfest, der sonnige Sandstrand. Der Projektor spulte den verwackelten, von Streifen gezeichneten Film ab, und das Publikum blickte auf die Leinwand – je nach Beteiligungsgrad gebannt oder gelangweilt.

Projektor
Heute ist er selbst nur noch eine Erinnerung: der Projektor, das Gerät mit der starken Glühlampe, die ihr Licht durch einen Film, ein Dia und durch Linsen hindurch auf die Leinwand warf. Wörtlich, denn Projektor heisst lateinisch nichts anderes als «Hinwerfer». Zugegeben, ein etwas despektierlicher Ausdruck für ein Gerät, das Optik und Mechanik zu einer derart faszinierenden Erinnerungsmaschine verband.

Diese Magie trägt der Ur-Projektor in seinem Namen: laterna magica, Zauberlaterne, hiess das Gerät des niederländischen Physikers Christiaan Huygens, das im Jahr 1656 zum ersten Mal Bilder projizierte. Sonderlich viel Zauber war nicht dabei – eine Öllampe in einem Gehäuse, auf der Rückseite ein Hohlspiegel, davor handgemalte Laternbilder und das Objektiv. Magisch aber war die Wirkung: Die laterna magica wurde so aufgestellt, dass sie nicht zu sehen war, und projiziert wurde auf Rauch, der die Figuren frei im Raum schweben liess. Auch wenn die Kerzen von Glühlampen, die gemalten Bilder von Dias und der Rauch von Leinwänden abgelöst wurden – die Lichtbilder verloren nichts von ihrem Glanz.

Laterna magica, Projektor – heute sind sie Geschichte. Immerhin: Auch im Zeitalter von Beamer oder Youtube ist die Magie der Erinnerungsbilder ungebrochen.

Prügelknabe

Es ist ein Kreuz mit der Gerechtigkeit, und das weiss der ganz besonders gut, dessen Pflicht und Schuldigkeit es ist, Unrecht buchstäblich am eigenen Leib zu erfahren: der Prügelknabe.

Was heute nur noch als Metapher durch die Gazetten geistert, war vor noch nicht allzu langer Zeit nämlich peinvolle Realität. Der Prügelknabe, an Englands Höfen whipping boy genannt, war ein Jugendlicher niederen Standes, der anstelle des feudalen Nachwuchses bestraft wurde, sprich: der in aller Unschuld jene Tracht Prügel einzustecken hatte, die man nicht dem Prinzen verabreichen konnte, der die Sache ausgefressen hatte. Der Prügelknabe wurde oft zusammen mit dem jungen Adligen aufgezogen und ging mit ihm durch dick und dünn. Indem man seinen Freund verprügelte, strafte man den fürstlichen Rabauken zumindest indirekt.

Denn seine Hochwohlgeboren war unantastbar. Könige waren Herrscher von Gottes Gnaden, ja mehr noch: «Könige sind nicht nur Gottes Statthalter auf Erden, Gott selbst betrachtet sie als Götter», verkündete Englands König Jakob I, Sohn der Maria Stuart, 1609 vor dem Parlament. Unvorstellbar, Hand an einen jungen Gott zu legen.

In unseren egalitären Ohren klingt das Schicksal des Prügelknaben nach schreiendem Unrecht. An den Höfen des 15. und 16. Jahrhunderts dagegen war es kein allzu hartes Los: Die Jugendlichen wuchsen statt auf der Strasse in fürstlichen Verhältnissen auf, genossen eine gute Bildung und machten später nicht selten ritterliche Karriere im Dienst ihrer blaublütigen Freunde.

Bis auf diesen kleinen, unfeinen Unterschied: Für jeden gemeinsamen Bubenstreich hatten sie ganz allein den Kopf hinzuhalten.

Pullover

Der Pullover ist so deutsch, dass wir den Engländer in ihm kaum noch erkennen: Er kommt von pull over und ist wörtlich ein Überzieher. Während des zweiten Weltkriegs verbannten die Nationalsozialisten alles Englische aus dem Deutschen und versuchten, den Pullover in «Schwubber» umzubenennen. Vergeblich. Längst hatte sich der Pulli festgesetzt. (Der allerdings, der Pulli, war ursprünglich ein Pullunder, ein ärmelloser Unterzieher, den man über dem Hemd, aber unter der Jacke trug.)

So richtig durchgesetzt aber hat sich nur der Pullover, und das liegt daran, dass er zu allen Zeiten nicht bloss Kleidung war, sondern auch äusseres Zeichen der eigenen Weltanschauung. Im 19. Jahrhundert hatte der Pullover noch als unmodisch und unseriös gegolten, aber mit dem Aufkommen von Reformbewegungen und Sport im 20. Jahrhundert wurde er gesellschaftsfähig. Die minimalistische Mode der Existenzialisten liebte den schwarzen Rollkragenpullover, mit Jackett oder ohne. In den 70er-Jahren wurde der Pulli zum Markenzeichen der Öko-Szene, aus grober Wolle und vorzugsweise selbst gestrickt, danach, glatt gewoben, entdeckte ihn die Techno-Bewegung, mit Kapuze dann der Hip-Hop, die Skater, die Hooligans und die Autonomen. Und heute, als Pulli oder Sweatshirt, ist der praktische Überzieher aus den Kleiderschränken der Welt nicht mehr wegzudenken.

Aber nicht immer ging es dabei um Mode. Als in Frankreich ein Partygast einmal auf dem Arm der Politikerin und Holocaust-Überlebenden Simone Veil deren eintätowierte Häftlingsnummer entdeckte und tollpatschig nachfragte, ob das vielleicht ihre Garderobennummer sei, trug sie jahrelang nur noch langärmlige Pullover.

Pyramiden von Giseh

Keine Silhouette ist so imposant wie die der Pyramiden von Giseh, am Rand der Wüste im Südwesten Kairos, 45 Jahrhunderte alt.

Die Pyramiden sind das letzte erhaltene Weltwunder der Antike, und sie sind ein viereinhalbtausend Jahre altes Rätsel. Die Baumeister des Alten Reichs kannten noch keinen Flaschenzug, ja nicht einmal das Rad, und doch bauten sie Gräber für die Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos, die jede Vorstellungskraft sprengen.

Man weiss zwar einiges: Archäologen fanden die Lebensmittelspeicher und die Schlaflager der 36 000 Bauleute, Steinmetzen und Hilfsarbeiter der Cheops-Pyramide, und ebenso die Steinbrüche auf der Ostseite des Nils, wo sich weitere 10 000 Granitbrecher tief in die Erde gruben. Versteinerte Brotkrümel wurden gefunden, selbst die Titel der Chefs wurden entziffert: «Technischer Inspektor» oder «Konstruktionschef» steht da in Hieroglyphen zu lesen. Und man fand auch den Arbeiterfriedhof mit Hunderten von Skeletten, die allesamt krankhafte Knochenauswüchse zeigen, wie sie sich bei jahrelanger Plackerei bilden. Kaum einer wurde älter als 35.

Aber vieles weiss man nicht. Wie war es möglich, die gigantische Cheops-Pyramide in nur 20 Jahren zu errichten? 146 Meter hoch, aus 2,6 Millionen Kubikmeter Stein, am Ende mit weissem Kalk verputzt und poliert, so dass der Bau die Sonne reflektierte und das Auge blendete? Jeder einzelne der drei Millionen Blöcke wiegt durchschnittlich 2,5 Tonnen, die Quader mussten im Zweiminutentakt hochgewuchtet und millimetergenau gesetzt werden – ohne schweres Gerät, auf Schiffen, mit Rundhölzern, über gigantische Rampen aus Lehmziegeln, und das alles mit einer Genauigkeit, die selbst heutige Ingenieure mit modernsten Lasermessgeräten nur knapp erreichen.

Ein Weltwunder für einen toten König – und für die Ewigkeit.