Registrierkasse

Ladenbesitzer haben es nicht leicht: Immer wieder stellen sie fest, dass abends zuwenig Geld in der Kasse liegt. Einer dieser Chefs ist James Ritty, Inhaber eines Saloons in Dayton, Ohio. Als Ritty 1878 eine Schiffsreise nach Europa unternimmt, entdeckt er im Maschinenraum einen Apparat, der zuverlässig die Umdrehungen der Schiffsschraube zählt. Damit, so überlegt er, müsste es doch auch möglich sein, Zahlungen zu registrieren und den Langfingern das Handwerk zu legen.

Zurück in Dayton, beginnt Ritty zusammen mit seinem Bruder John, einen solchen Zählautomaten zu bauen. Für jeden Betrag zwischen 5 und 100 Cents gibt es eine Taste, die mit einer Klingel verbunden ist. Am Ende zeigt der Apparat auf einem Zifferblatt den Gesamtbetrag an. Ihre Erfindung nennen die Brüder Ritty’s Incorruptible Cashier – «Ritty’s unbestechlicher Kassierer» –, und 1879 wird diese erste Registrierkasse der Welt patentiert.

Zusätzlich zu ihrem Saloon errichten die Rittys eine kleine Fabrik, in der sie ihre Registrierkasse in Serie zu bauen beginnen. Indes, zwei Geschäfte auf einmal werden James Ritty zuviel. Er verkauft alle Anteile, und der neue Chef John Patterson verbessert die Kasse stark: Sie erhält ein Druckwerk mit Papierrolle für den Kassenbeleg, und ein Buchhaltungsjournal, das sämtliche Beträge aufzeichnet. Unter dem neuen Namen «National Cash Register Company» steigt NCR zum Weltmarktführer auf und ist heute, im Zeitalter digitaler Kassensysteme, ein Weltkonzern mit über 30 000 Mitarbeitern.

Was immer James Ritty beim kometenhaften Aufstieg seines früheren Geschäfts empfunden hat: Neid war nicht dabei. Mit Nachfolger John Patterson blieb er in Freundschaft verbunden.

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