Pomade

«Grease», auf Deutsch «Schmierfett», in den Hauptrollen John Travolta und seine ölglänzende Tolle, war der Kinohit des Jahres 1978. Der Song «Greased Lightning» – «Geölter Blitz» – handelt von einem betagten Ford, und das Fett schmiert Ventile und Frisuren gleichermassen. «Grease», das ist die Wiederauferstehung einer Rostlaube auf vier Rädern – und ebenso der Schmalzlocke der fünfziger Jahre.

Ungebärdige Locken aber gab es immer schon, und der Widerspenstigen Zähmung war bereits im 18. Jahrhundert beim Adel gang und gäbe. Die «Grease» der ersten Stunde hiess «Pomade» – von französisch pomme, weil sie nach den darin enthaltenen, zerstampften Äpfeln duftete. Im Lauf der Zeit wurde dann so ziemlich alles zu Pomade verarbeitet, was aufmüpfige Strähnen an den Schädel zu kleben vermochte: Bärenfett (von dem man glaubte, es helfe gegen Glatzenbildung, weil Bären einen dichten Pelz besitzen), Vaseline, Bienenwachs und, für nicht ganz so gut Betuchte, Butter oder Schweineschmalz.

Vom Stummfilmstar Rudolph Valentino bis zur Boxerlegende Joe Louis: Seit den Goldenen Zwanzigern war pomadisiertes Haar der letzte Schrei, und die Marken, mit denen man all die ducktail, quiff oder pompadour genannten Schmalztollen zusammenkleisterte, lesen sich wie eine Kulturgeschichte des schönen Scheins: «Murray’s Superior Hair Dressing Pomade», «Brylcreem», «Royal Crown», «Black & White», «Sweet Georgia Brown Pomade».

Heute haben Bratfett & Co. ausgedient: Moderne Haargels duften nach Parfüm, sind wasserlöslich und lassen sich leicht wieder auswaschen.

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